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Trennung ist ein tiefer Einschnitt

Als Paar kann man auseinander gehen.
Eltern bleibt man ein Leben lang.

Trennung und Scheidung sind Ausdruck von Erwachsenenkonflikten,
in die Kinder unfreiwillig hineingezogen und verwickelt werden.

Eltern können viel tun, um ihren Kindern in der Situation der
Trennung und Scheidung zu helfen.

Der erste Schritt, diese Hilfe leisten zu können, ist anzuerkennen,
dass es nicht darum geht, in einer persönlichen Lage alles richtig zu machen in der man selbst unsicher ist und sich überfordert fühlt.

Die Trennung mit ihren unterschiedlichen Folgen für alle Beteiligten
ist ein tiefer Einschnitt.

Ein langer Weg zu einer veränderten Familie beginnt.

Dieser Weg wird in kleinen Schritten gegangen und schliesst auch Rückschritte ein. Das ist menschlich und darf anerkannt werden.

Schwierigkeiten und Pannen gehören genau so zum Erziehungsalltag wie Erfolge und Freuden – und zwar gleichermassen in Familien, die zusammenleben und solchen, die getrennt sind.

Für ein gutes Vorwärtskommen ist wichtig, dass die Erwachsenen möglichst früh dafür sorgen, dass die eigenen Probleme, die sie mit der Trennung haben, ausreichend gehört werden – doch nicht von ihren Kindern. Kinder sind kein Kummerkasten. Es ist nicht ihre Aufgabe, sich um das Wohlergehen ihrer Eltern zu kümmern.

Kindliches Leiden am Konflikt der Eltern wirkt bis ins Erwachsenenalter fort und beeinflusst die berufliche und persönliche Entwicklung.

Das grösste Leid der Kinder entsteht, wenn sie nach der Trennung die Beziehung zu einem Elternteil verlieren. Ein Kind zwischen Vater und Mutter, die versuchen es gegen den anderen für sich zu gewinnen gerät in jedem Fall in eine ausweglose Situation.

Nach der rechtstatsächliche Untersuchung zur Reform des Kindschaftsrechtes von Roland Proksch aus dem Jahr 2002 verlieren ungefähr 40% der Trennungskinder nach etwas einem Jahr den Kontakt zum Vater. Diese Kinder müssen ihre Liebe und alle Eigenheiten und Wesenzüge, die sie mit dem verlorenen Vater teilen „vergessen“. Sie müssen so tun, als ob sie nicht vorhanden wären.

Das ist grausam, denn Kinder brauchen die Gewissheit, beide Eltern
und beide Eltern in sich selbst lieben zu dürfen.

Doch es nutzt nichts, zu proklamieren und einzuklagen, dass Kinder ein Recht auf beide Eltern haben, wenn Eltern in Trennung dieses Recht nicht mit Leben füllen.

Kinder haben keine Kenntnis von Rechtsbegriffen, von ihrer Rechtslage oder von Verfahrensmöglichkeiten.

Sie sind ganz und gar abhängig von ihren Eltern.

Sie sind in jedem Fall darauf angewiesen,
dass beide Eltern
sich auch in der Trennung
für ihre Entwicklung verantwortlich fühlen und
überlegte Entscheidungen treffen.


Wie Kinder langfristig mit der Trennung und Scheidung ihrer Eltern fertig werden und wie diese ihre Entwicklung beeinflussen hängt wesentlich von den Bedingungen ab, die die Eltern vor und nach der Trennung schaffen.